top of page

Wärmepumpe im Mehrfamilienhaus 2026: Kosten, Förderung und WEG-Beschlüsse

  • Eigentümer
  • vor 1 Tag
  • 3 Min. Lesezeit

Wärmepumpe im Mehrfamilienhaus 2026: Kosten, Förderung und WEG-Beschlüsse

Die Wärmepumpe gilt als Schlüsseltechnologie der Wärmewende – doch im Mehrfamilienhaus stellt sie Eigentümer und Hausverwaltungen vor besondere Herausforderungen. Seit dem Inkrafttreten des novellierten Gebäudeenergiegesetzes (GEG) müssen ab 2026 auch in Bestandsgebäuden bei einem Heizungstausch mindestens 65 Prozent erneuerbare Energien genutzt werden, sofern die kommunale Wärmeplanung vorliegt. Für viele WEG bedeutet das: Die alte Gas- oder Ölheizung muss einer klimafreundlichen Alternative weichen. In diesem Beitrag erfahren Sie, welche Wärmepumpen-Typen sich für Mehrfamilienhäuser eignen, mit welchen Kosten Sie rechnen müssen, welche Förderungen es gibt und wie der WEG-Beschluss rechtssicher gefasst wird.

Welche Wärmepumpe passt zum Mehrfamilienhaus?

Für Mehrfamilienhäuser kommen vor allem drei Wärmepumpen-Typen infrage. Die Luft-Wasser-Wärmepumpe ist die am häufigsten eingebaute Variante: Sie nutzt die Außenluft als Wärmequelle, benötigt keine aufwendigen Erdarbeiten und lässt sich relativ flexibel aufstellen. Bei größeren Gebäuden ab zehn Wohneinheiten kommen häufig Kaskadenlösungen zum Einsatz, bei denen mehrere Wärmepumpen zusammengeschaltet werden. Die Sole-Wasser-Wärmepumpe (Erdwärmepumpe) erreicht höhere Jahresarbeitszahlen und arbeitet effizienter, erfordert aber Erdsondenbohrungen oder Flächenkollektoren – was im urbanen Umfeld oft schwierig ist. Die Grundwasser-Wärmepumpe bietet die höchste Effizienz, ist aber genehmigungspflichtig und nicht überall realisierbar. Für die meisten Mehrfamilienhäuser in städtischen Lagen ist die Luft-Wasser-Wärmepumpe die praktikabelste Lösung, insbesondere wenn eine umfassende energetische Sanierung des Gebäudes nicht unmittelbar geplant ist.

Klimaanlage und Wärmepumpe Außengerät an einer Hauswand – typische Luft-Wasser-Wärmepumpe

Kosten: Was kostet eine Wärmepumpe im Mehrfamilienhaus?

Die Investitionskosten für eine Wärmepumpe im Mehrfamilienhaus variieren stark je nach Gebäudegröße, Wärmepumpen-Typ und Umfang der notwendigen Anpassungen. Für ein typisches Mehrfamilienhaus mit sechs bis zehn Wohneinheiten liegen die Gesamtkosten inklusive Installation, Pufferspeicher und hydraulischem Abgleich zwischen 60.000 und 120.000 Euro. Bei größeren Gebäuden mit 20 oder mehr Einheiten können es 150.000 bis 250.000 Euro werden. Pro Wohneinheit bedeutet das typischerweise zwischen 8.000 und 15.000 Euro. Hinzu kommen eventuell Kosten für die Anpassung des Wärmeverteilsystems – alte Heizkörper sollten idealerweise durch größere Modelle oder Flächenheizungen ersetzt werden, um die Vorlauftemperatur zu senken und die Effizienz der Wärmepumpe zu maximieren. Die Betriebskosten liegen dafür deutlich unter denen einer Gas- oder Ölheizung: Je nach Stromtarif und Jahresarbeitszahl können Eigentümer mit Einsparungen von 20 bis 40 Prozent rechnen.

BEG-Förderung 2026: Bis zu 70 Prozent Zuschuss

Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) macht den Umstieg auf eine Wärmepumpe finanziell attraktiv. Die Grundförderung beträgt 30 Prozent der förderfähigen Kosten. Hinzu kommt ein Klimageschwindigkeitsbonus von 20 Prozent für den vorzeitigen Austausch einer funktionierenden fossilen Heizung. Einkommensabhängig gibt es einen weiteren Bonus von 30 Prozent für Eigentümer mit einem zu versteuernden Haushaltseinkommen unter 40.000 Euro. Zusätzlich wird ein Effizienzbonus von fünf Prozent gewährt, wenn die Wärmepumpe ein natürliches Kältemittel wie Propan verwendet oder Erd- beziehungsweise Grundwasser als Wärmequelle nutzt. Die maximale Förderung ist auf 70 Prozent der förderfähigen Kosten gedeckelt. Für Mehrfamilienhäuser liegt die förderfähige Investitionssumme bei 30.000 Euro für die erste Wohneinheit und jeweils 15.000 Euro für die zweite bis sechste sowie 8.000 Euro ab der siebten Wohneinheit. Wichtig für WEG: Jeder Eigentümer kann seinen Anteil separat beim BAFA beantragen.

Moderne Heizungsanlage im Keller eines Mehrfamilienhauses – Wärmepumpen senken die Betriebskosten

WEG-Beschluss: Wie wird der Heizungstausch beschlossen?

Der Einbau einer Wärmepumpe ist eine bauliche Veränderung des Gemeinschaftseigentums und erfordert einen WEG-Beschluss. Seit der WEG-Reform 2020 reicht für bauliche Veränderungen grundsätzlich eine einfache Mehrheit der abgegebenen Stimmen aus. Allerdings müssen die Kosten verhältnismäßig sein und dürfen einzelne Eigentümer nicht unbillig benachteiligen. Die Hausverwaltung sollte vor der Eigentümerversammlung mindestens zwei bis drei Vergleichsangebote einholen, einen Energieberater hinzuziehen und die Wirtschaftlichkeitsberechnung inklusive Fördermöglichkeiten transparent darstellen. Empfehlenswert ist auch eine Informationsveranstaltung im Vorfeld, bei der die Eigentümer ihre Fragen stellen können. Der Beschluss sollte neben der Beauftragung auch die Finanzierung regeln – ob über die Instandhaltungsrücklage, eine Sonderumlage oder einen Kredit der WEG. Eine sorgfältige Vorbereitung durch die Hausverwaltung ist entscheidend für eine breite Zustimmung.

Fazit: Jetzt planen, langfristig profitieren

Die Wärmepumpe im Mehrfamilienhaus ist kein Zukunftsprojekt mehr, sondern eine wirtschaftlich sinnvolle und gesetzlich geforderte Realität. Mit der großzügigen BEG-Förderung von bis zu 70 Prozent, sinkenden Betriebskosten und steigenden CO₂-Preisen auf fossile Brennstoffe ist der Umstieg jetzt attraktiver denn je. Entscheidend ist eine professionelle Planung und eine kompetente Hausverwaltung, die den Prozess von der Energieberatung über die Angebotseinholung bis zum WEG-Beschluss und der Baubegleitung steuert. Auf suchen-hausverwaltung.de finden Sie Hausverwaltungen, die Erfahrung mit energetischen Sanierungen und Heizungstausch in Mehrfamilienhäusern haben und Sie kompetent durch den gesamten Prozess begleiten.

Bildquellen: Alle Bilder in diesem Beitrag stammen von Pexels (Freie Lizenz für kommerzielle und nicht-kommerzielle Nutzung).

 
 
 

Kommentare


bottom of page