Legionellenprüfung im Mehrfamilienhaus: Pflicht, Ablauf und Kosten für WEG
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- vor 3 Tagen
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Legionellenprüfung im Mehrfamilienhaus: Pflicht, Ablauf und Kosten für WEG
Legionellen sind Bakterien, die sich in warmem Wasser vermehren und beim Einatmen von Wasserdampf schwere Lungenentzündungen auslösen können. Für Mehrfamilienhäuser mit zentraler Warmwasserversorgung schreibt die Trinkwasserverordnung eine regelmäßige Legionellenprüfung alle drei Jahre vor. Hausverwaltungen und Eigentümer sind in der Pflicht – bei Unterlassung drohen Bußgelder bis 25.000 Euro. Wir erklären, wer betroffen ist, wie die Prüfung abläuft und was bei erhöhten Werten passiert.
Wer ist zur Legionellenprüfung verpflichtet?
Die Prüfpflicht gemäß § 14b TrinkwV gilt für Großanlagen zur Trinkwassererwärmung mit Warmwasserspeichern über 400 Liter oder Rohrleitungsvolumen über drei Liter. Das betrifft nahezu alle Mehrfamilienhäuser mit zentraler Warmwasserversorgung. Bei WEG liegt die Verantwortung bei der Hausverwaltung. Durchlauferhitzer in Einzelwohnungen sind ausgenommen.

Ablauf der Legionellenprüfung
Ein zertifiziertes Fachlabor entnimmt Wasserproben am Warmwasseraustritt des Speichers, am Zirkulationsrücklauf und an der entferntesten Zapfstelle jedes Steigestrangs. Die Proben werden auf Legionellen in KBE pro 100 ml untersucht. Der technische Maßnahmenwert liegt bei 100 KBE pro 100 ml. Bei Werten darunter ist die Anlage unbedenklich. Die Hausverwaltung organisiert Beprobung, Zugang und Information der Bewohner.
Was passiert bei erhöhten Legionellenwerten?
Wird der Maßnahmenwert überschritten, muss das Gesundheitsamt innerhalb von zwei Wochen informiert werden. Eine Gefährdungsanalyse durch einen Fachbetrieb identifiziert Ursachen wie zu niedrige Temperaturen oder stagnierendes Wasser. Maßnahmen reichen von thermischer Desinfektion über Rückbau toter Leitungen bis zur Erneuerung der Installation. Bewohner müssen informiert und gegebenenfalls Duschverbote ausgesprochen werden.

Kosten und Umlagefähigkeit
Die Prüfkosten liegen für ein typisches Mehrfamilienhaus zwischen 200 und 600 Euro und sind als Betriebskosten umlagefähig. Sanierungsmaßnahmen bei erhöhten Werten trägt hingegen der Eigentümer. Präventiv helfen Warmwassertemperaturen von mindestens 60 Grad am Speicher, Vermeidung von Stagnation und regelmäßige Wartung. Auf suchen-hausverwaltung.de finden Sie Hausverwaltungen, die die Trinkwasserhygiene zuverlässig sicherstellen.



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