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Sanierungsfahrplan (iSFP) für Mehrfamilienhäuser 2026: Förderung, Ablauf und Praxistipps

  • Eigentümer
  • vor 6 Tagen
  • 2 Min. Lesezeit

Der individuelle Sanierungsfahrplan (iSFP): Leitfaden für Mehrfamilienhäuser

Die energetische Sanierung von Mehrfamilienhäusern ist eine der großen Aufgaben der kommenden Jahre. Doch wo anfangen? Welche Maßnahmen bringen den größten Effekt, und wie lässt sich die Sanierung sinnvoll über mehrere Jahre verteilen? Der individuelle Sanierungsfahrplan (iSFP) gibt Antworten auf genau diese Fragen und ist mittlerweile ein zentrales Instrument der Gebäudeenergieberatung.

Der iSFP ist ein standardisiertes Beratungsinstrument, das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) entwickelt wurde. Er analysiert den energetischen Ist-Zustand eines Gebäudes und zeigt in einem Stufenplan auf, welche Sanierungsmaßnahmen in welcher Reihenfolge sinnvoll sind. Dabei werden sowohl Einzelmaßnahmen als auch deren Zusammenwirken betrachtet – mit dem Ziel, das Gebäude langfristig auf einen hohen Effizienzstandard zu bringen.

Baugerüst an einer Gebäudefassade während der Sanierung

Was beinhaltet ein iSFP?

Ein iSFP umfasst eine detaillierte Bestandsaufnahme des Gebäudes einschließlich Gebäudehülle, Heizungsanlage, Lüftung und Warmwasserbereitung. Darauf aufbauend erstellt der Energieberater einen Maßnahmenplan mit zwei Varianten: eine schrittweise Sanierung in einzelnen Etappen über mehrere Jahre und eine Komplettsanierung in einem Zug. Für jede Maßnahme werden die geschätzten Kosten, die erwartete Energieeinsparung und die erreichbare Effizienzklasse dargestellt.

Das Besondere am iSFP: Er berücksichtigt die Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Maßnahmen. Eine neue Heizung etwa bringt weniger Einsparung, wenn die Gebäudehülle schlecht gedämmt ist. Der iSFP zeigt daher die optimale Reihenfolge der Maßnahmen auf und verhindert so Fehlinvestitionen. Die Ergebnisse werden in einer verständlichen grafischen Darstellung aufbereitet, die auch Laien eine schnelle Orientierung ermöglicht.

Fördervorteile durch den iSFP

Der iSFP bringt nicht nur Klarheit in die Sanierungsplanung, sondern auch handfeste finanzielle Vorteile. Wer Einzelmaßnahmen umsetzt, die in einem iSFP empfohlen werden, erhält über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) einen zusätzlichen iSFP-Bonus von 5 Prozent auf die förderfähigen Kosten. Bei förderfähigen Kosten von beispielsweise 100.000 Euro bedeutet das einen zusätzlichen Zuschuss von 5.000 Euro.

Die Erstellung des iSFP selbst wird ebenfalls gefördert: Für Mehrfamilienhäuser übernimmt das BAFA bis zu 80 Prozent der Beratungskosten, maximal 1.700 Euro. Die tatsächlichen Kosten für einen iSFP bei einem Mehrfamilienhaus liegen je nach Größe und Komplexität zwischen 2.000 und 5.000 Euro – nach Abzug der Förderung bleibt also nur ein moderater Eigenanteil.

Architekturplan auf einem Holztisch mit Maßband

iSFP in der WEG: Beschlussfassung und Umsetzung

In einer WEG muss die Beauftragung eines iSFP als Maßnahme der ordnungsmäßigen Verwaltung von der Eigentümerversammlung beschlossen werden. Die Kosten werden aus der Erhaltungsrücklage oder über eine gesonderte Umlage finanziert. Die Hausverwaltung sollte den Eigentümern die Vorteile des iSFP transparent darstellen und die Förderung beantragen. Der iSFP hat eine Gültigkeit von 15 Jahren und kann als Grundlage für die langfristige Instandhaltungsplanung der WEG dienen.

Den richtigen Energieberater finden

Einen iSFP darf nur ein bei der Deutschen Energie-Agentur (dena) zugelassener Energieberater erstellen. Die Expertenliste ist unter www.energie-effizienz-experten.de einsehbar. Achten Sie darauf, dass der Berater Erfahrung mit Mehrfamilienhäusern hat – die Anforderungen unterscheiden sich deutlich von Einfamilienhäusern. Holen Sie mindestens zwei Angebote ein und vergleichen Sie Leistungsumfang und Preis.

Eine professionelle Hausverwaltung unterstützt bei der Auswahl des Energieberaters, bereitet den Beschluss für die Eigentümerversammlung vor, beantragt die Förderung und koordiniert die schrittweise Umsetzung der empfohlenen Maßnahmen. So wird der Sanierungsfahrplan zum roten Faden für die energetische Zukunft Ihres Mehrfamilienhauses.

Bildquellen: Titelbild © Pixabay / Pexels · Bild 1 © Finn Pietsch / Pexels · Bild 2 © Anete Lusina / Pexels

 
 
 

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