
Versicherungen für die WEG 2026: Welche Policen wirklich wichtig sind
- Eigentümer
- vor 5 Stunden
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Versicherungen für die WEG: Welche Policen 2026 unverzichtbar sind
Eine Wohnungseigentümergemeinschaft trägt gemeinsam Verantwortung für das Gebäude und das Gemeinschaftseigentum. Schäden durch Feuer, Wasser, Sturm oder Haftpflichtfälle können schnell existenzbedrohende Summen erreichen. Der richtige Versicherungsschutz ist daher keine optionale Ergänzung, sondern eine zentrale Aufgabe der Hausverwaltung und der Eigentümerversammlung.
Doch welche Versicherungen braucht eine WEG wirklich? Welche sind gesetzlich vorgeschrieben und welche empfehlenswert? Dieser Beitrag gibt einen Überblick über die wichtigsten Policen, aktuelle Änderungen 2026 und Tipps zur Optimierung des Versicherungsschutzes.

Wohngebäudeversicherung – die Basisabsicherung
Die Wohngebäudeversicherung ist die wichtigste Police für jede WEG. Sie deckt Schäden am Gebäude durch Feuer, Leitungswasser, Sturm und Hagel ab. Ohne diese Versicherung müssten die Eigentümer im Schadensfall die gesamten Reparaturkosten aus eigener Tasche tragen – bei einem Großbrand kann das schnell in die Millionen gehen.
Wichtig bei der Wohngebäudeversicherung ist die korrekte Versicherungssumme. Sie sollte dem Neubauwert des Gebäudes entsprechen, um eine Unterversicherung zu vermeiden. Viele Altverträge basieren noch auf dem Wert 1914, der durch einen Anpassungsfaktor jährlich hochgerechnet wird. Durch die stark gestiegenen Baukosten der letzten Jahre empfiehlt sich eine Überprüfung und gegebenenfalls Anpassung der Versicherungssumme.
Elementarschadenversicherung – immer wichtiger
Schäden durch Überschwemmung, Rückstau, Erdbeben, Erdrutsch oder Schneedruck sind in der normalen Wohngebäudeversicherung nicht enthalten. Hierfür ist eine zusätzliche Elementarschadenversicherung notwendig. Angesichts der zunehmenden Extremwetterereignisse in Deutschland wird diese Absicherung immer wichtiger. Seit 2024 wird auf Bundesebene über eine Pflichtversicherung gegen Elementarschäden diskutiert – eine Entscheidung wird 2026 erwartet.
Die Prämien für Elementarschutz variieren je nach Lage des Gebäudes erheblich. In hochwassergefährdeten Gebieten (ZÜRS-Zone 3 und 4) können die Kosten deutlich höher sein. Dennoch ist der Verzicht auf Elementarschutz ein erhebliches Risiko, das im Schadensfall die gesamte WEG finanziell belasten kann.

Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht
Als Eigentümer eines Gebäudes haftet die WEG für Schäden, die Dritten durch das Gebäude oder das Grundstück entstehen. Klassische Fälle sind ein herabfallender Dachziegel, Glatteis auf dem Gehweg oder eine defekte Treppenstufe. Die Haus- und Grundbesitzerhaftpflichtversicherung übernimmt in solchen Fällen die Kosten für Personen-, Sach- und Vermögensschäden. Die Deckungssumme sollte mindestens 5 Millionen Euro für Personen- und Sachschäden betragen.
Weitere empfehlenswerte Versicherungen
Je nach Gebäude und Ausstattung können weitere Versicherungen sinnvoll sein. Eine Gewässerschadenhaftpflicht ist Pflicht, wenn das Gebäude über einen Öltank verfügt. Eine Rechtsschutzversicherung für die WEG hilft bei juristischen Streitigkeiten, etwa mit Handwerkern, der Hausverwaltung oder einzelnen Eigentümern. Eine Glasversicherung deckt Schäden an Fenstern, Türen und Glasfassaden ab, die nicht von der Wohngebäudeversicherung erfasst werden.
Tipp: Die Hausverwaltung sollte alle bestehenden Versicherungen regelmäßig – idealerweise alle zwei bis drei Jahre – auf Aktualität und Wirtschaftlichkeit prüfen. Ein unabhängiger Versicherungsmakler kann dabei helfen, Deckungslücken aufzuspüren und die Prämien zu optimieren. Der Beschluss über Versicherungen ist in der Eigentümerversammlung mit einfacher Mehrheit möglich.
Bildquellen: Titelbild © Atlantic Ambience / Pexels · Bild 1 © Jakub Zerdzicki / Pexels · Bild 2 © RDNE Stock project / Pexels



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