Sturm- und Hagelschaeden am Mehrfamilienhaus 2026: Versicherung, Pflichten und schnelle Hilfe
- Eigentümer
- vor 12 Stunden
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Sturm- und Hagelschaeden am Mehrfamilienhaus: Was Eigentuemer 2026 wissen muessen
Extremwetter haeuft sich auch 2026 weiter und trifft Mehrfamilienhaeuser besonders hart: abgedeckte Daecher, zerbrochene Fensterscheiben, durchnaesste Daemmungen und Wasserschaeden bis in die Wohnungen sind die typischen Folgen. Fuer Eigentuemergemeinschaften, Vermieter und Hausverwaltungen stellen sich nach einem Unwetter dieselben Fragen: Welche Versicherung zahlt was? Wer muss wann handeln? Wie laesst sich der Schaden korrekt dokumentieren? Dieser Beitrag gibt einen Ueberblick ueber Versicherungsschutz, Pflichten und das richtige Vorgehen Schritt fuer Schritt.
Wann liegt ein Sturm- oder Hagelschaden vor?
Versicherungsrechtlich gilt nicht jeder kraeftige Wind als Sturm. Versicherer setzen typischerweise Windstaerke 8 nach der Beaufort-Skala voraus, das entspricht mindestens 62 Kilometern pro Stunde. Hagelschaeden sind in der Regel ohne weitere Schwelle definiert, sobald durch Eiskoerner ein nachweisbarer Schaden entsteht. Auch eindringendes Wasser infolge dieser Ereignisse ist als Folgeschaden mitversichert, soweit die Police dies vorsieht.
Schwieriger wird es bei Schaeden, die durch herabstuerzende Aeste, umstuerzende Baeume oder durch das Eindringen von Niederschlagswasser ueber eine defekte Dachhaut entstehen. Hier entscheidet die genaue Fallkonstellation und die Vertragsgestaltung der Wohngebaeudeversicherung, ob es sich um einen versicherten Sturmschaden, einen Leitungswasserschaden oder einen Elementarschaden handelt.

Wohngebaeudeversicherung: Sturm und Hagel als Standardbaustein
Die Wohngebaeudeversicherung deckt in der Regel Sturm- und Hagelschaeden am Gebaeudekoerper, also etwa Dach, Fassade, Fenster, Tueren und fest verbaute Anlagen. Versichert sind unmittelbare Beschaedigungen sowie Folgeschaeden durch Regenwasser, das in Folge des Sturms ins Gebaeude eindringt. Auch Aufraeum- und Abbruchkosten sind grundsaetzlich umfasst. Wichtig: Schaeden an Sonnenkollektoren, Antennen oder Werbeanlagen sind oft nur dann versichert, wenn sie ausdruecklich mitaufgefuehrt sind.
Schaeden am Hausrat und an beweglichen Sachen in den Wohnungen sind hingegen Sache der Hausratversicherung des jeweiligen Bewohners. Verwalter sollten Mieter und Eigentuemer fruehzeitig daran erinnern, dass eine eigene Hausratpolice fuer den vollstaendigen Schutz unverzichtbar ist.
Elementarschadenversicherung: Wann ist sie noetig?
Wer auch gegen Ueberschwemmungen, Starkregen, Erdrutsch oder Rueckstau ueber die Kanalisation abgesichert sein moechte, braucht eine erweiterte Elementarschadenversicherung. In den letzten Jahren haben Starkregenereignisse besonders haeufig zu hohen Schadensummen gefuehrt, ohne dass die klassische Wohngebaeudeversicherung allein dafuer eingestanden waere. Seit 2025 diskutiert der Bundestag erneut eine Pflichtversicherung fuer Elementarschaeden; eine bundesweite Einfuehrung war zum Stichtag dieses Beitrags noch nicht beschlossen, dennoch empfiehlt der Gesamtverband der Versicherer den Abschluss dringend.
Eine Elementarschadenversicherung ist bei Mehrfamilienhaeusern eine Entscheidung der WEG. Sie sollte regelmaessig in der Eigentuemerversammlung thematisiert werden, insbesondere wenn das Gebaeude in einer ZUERS-Gefaehrdungsklasse 2 oder hoeher liegt.
Pflichten der Hausverwaltung nach einem Unwetter
Tritt der Schadenfall ein, treffen die Hausverwaltung mehrere Pflichten zugleich. Sie muss Gefahrenstellen umgehend sichern, also etwa lose Dachziegel oder herabhaengende Bauteile entfernen lassen, das Gebaeude vor weiteren Schaeden schuetzen und den Versicherer unverzueglich informieren. Diese Schadensminderungspflicht ist sowohl gesetzlich in Paragraph 254 BGB als auch im Versicherungsvertragsgesetz verankert.
Zudem trifft die Verwaltung eine umfassende Dokumentationspflicht: Fotos, Zeitstempel, Kostenvoranschlaege und Rechnungen sind sauber zu sammeln und mit dem Schadenformular des Versicherers zu uebermitteln. Wer die Sicherungspflichten verletzt, riskiert eine Kuerzung oder den vollstaendigen Verlust der Versicherungsleistung.

Praktischer Ablauf: Schritt fuer Schritt nach dem Sturm
Direkt nach einem Unwetter gilt es, einen kuehlen Kopf zu bewahren und strukturiert vorzugehen. Zuerst sollte die Verwaltung das Gebaeude in Augenschein nehmen, akute Gefahrenstellen absperren und einen qualifizierten Handwerker mit Sofortmassnahmen beauftragen, beispielsweise dem provisorischen Abdichten des Daches. Anschliessend werden alle Schaeden fotografiert, dokumentiert und der Versicherung gemeldet. Wichtig ist auch die Information der betroffenen Eigentuemer und Mieter ueber Umfang, Massnahmen und voraussichtlichen Zeitplan.
Erst nach Abstimmung mit dem Versicherer sollten umfangreiche Reparaturen beauftragt werden. Bei groesseren Schaeden kommt regelmaessig ein Sachverstaendiger der Versicherung, dessen Gutachten die Grundlage fuer die Regulierung bildet. Eigene Sachverstaendige koennen im Streitfall zugezogen werden, ihre Kosten traegt die WEG zunaechst selbst.
Kostenverteilung und Selbstbehalt in der WEG
Schaeden am Gemeinschaftseigentum werden in der Regel ueber die Wohngebaeudeversicherung der WEG reguliert. Verbleibende Eigenleistungen, etwa der Selbstbehalt der Police oder nicht versicherte Schadensanteile, sind als Bestandteil der gemeinschaftlichen Bewirtschaftung von allen Eigentuemern nach dem in der Teilungserklaerung festgelegten Schluessel zu tragen. Eine Sonderumlage ist nach Paragraph 28 WEG nur dann erforderlich, wenn die Instandhaltungsruecklage nicht ausreicht.
Bei umfangreichen Schaeden empfiehlt sich eine eindeutige Beschlussfassung in der Eigentuemerversammlung. Verwalter sollten transparent darstellen, wie sich Versicherungsleistungen, Ruecklageninanspruchnahme und moegliche Sonderumlagen zueinander verhalten und welche Sanierungsmassnahmen ueber das urspruengliche Schadensbild hinaus sinnvoll sind.
Vorbeugen ist besser als sanieren
Regelmaessige Daecher-, Fassaden- und Baumkontrollen reduzieren die Schadenshaeufigkeit deutlich. Auch geprueftes Bauwerksgruen, gesicherte Antennenanlagen und gepflegte Dachentwaesserungen helfen, Sturm- und Hagelschaeden zu begrenzen. Versicherer honorieren Praeventionsmassnahmen wie Hagelschutzgitter an Lichtkuppeln oder die Verlegung sturmsicherer Dachziegel teilweise mit guenstigeren Praemien.
Eine professionelle Hausverwaltung uebernimmt die strukturierte Schadensbearbeitung, koordiniert Handwerker und Versicherer und entlastet Eigentuemer in der Krisensituation. Wer fuer sein Mehrfamilienhaus einen erfahrenen Partner sucht, findet ueber unser Verzeichnis Verwalter, die Sturm- und Hagelschaeden routiniert und rechtssicher abwickeln.
Bildquellen: Titelbild (c) Denitsa Kireva / Pexels - Bild 1 (c) Bo Passer / Pexels - Bild 2 (c) Roberto Lee Cortes / Pexels



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