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Solarthermie im Mehrfamilienhaus 2026: Technik, Kosten, Foerderung und WEG-Beschluss

  • Eigentümer
  • vor 3 Tagen
  • 3 Min. Lesezeit

Solarthermie im Mehrfamilienhaus: Warmwasser und Heizungsunterstuetzung direkt vom Dach

Steigende Energiepreise und die Vorgaben des Gebaeudeenergiegesetzes (GEG) stellen Eigentuemergemeinschaften und Vermieter vor die Frage, wie sie ihre Immobilien zukunftssicher mit Waerme versorgen. Waehrend Photovoltaik in aller Munde ist, wird eine bewaehrte Technologie oft uebersehen: die Solarthermie. Sie wandelt Sonnenlicht direkt in Waerme um und kann im Mehrfamilienhaus einen erheblichen Teil des Energiebedarfs fuer Warmwasser und Heizung decken. Dieser Beitrag zeigt, wie die Technik funktioniert, was sie kostet, welche Foerderung 2026 verfuegbar ist und wie die WEG den Einbau rechtssicher beschliesst.

Was ist Solarthermie und wie funktioniert sie?

Eine Solarthermieanlage besteht aus Sonnenkollektoren auf dem Dach, einem Solarspeicher in der Heizzentrale und einem Rohrkreislauf, in dem eine frostsichere Solarfluessigkeit zirkuliert. Die Kollektoren absorbieren die Sonnenstrahlung und erhitzen die Fluessigkeit, die ihre Waerme ueber einen Waermetauscher an den Speicher abgibt. Von dort wird sie fuer die Trinkwassererwaermung oder zur Unterstuetzung der Zentralheizung genutzt.

Zwei Kollektortypen dominieren den Markt: Flachkollektoren sind robust und preisguenstig, Vakuumroehrenkollektoren erzielen hoehere Ertraege pro Quadratmeter und eignen sich besonders bei begrenzter Dachflaeche. Je nach Ausrichtung und Neigung des Dachs liefert ein Quadratmeter Kollektorflaeche in Deutschland etwa 350 bis 500 Kilowattstunden Waerme pro Jahr.

Solarthermie oder Photovoltaik: Wo liegt der Unterschied?

Photovoltaik erzeugt Strom, Solarthermie erzeugt Waerme - das ist der entscheidende Unterschied. Der Wirkungsgrad der Solarthermie liegt mit 50 bis 80 Prozent deutlich ueber dem von Photovoltaikmodulen mit rund 20 Prozent. Auf gleicher Flaeche gewinnt eine thermische Anlage also erheblich mehr nutzbare Energie, allerdings laesst sich Waerme schlechter speichern und nicht ins Netz einspeisen.

Im Mehrfamilienhaus schliessen sich beide Technologien nicht aus: Haeufig ist eine Kombination sinnvoll, etwa Photovoltaik fuer Allgemeinstrom und Waermepumpe, Solarthermie fuer die Warmwasserbereitung. Welche Loesung wirtschaftlicher ist, haengt von Dachflaeche, Verbrauchsprofil und dem vorhandenen Heizsystem ab.

Sonnenkollektoren auf den Ziegeldaechern eines Wohngebaeudes

Einsatzbereiche im Mehrfamilienhaus: Warmwasser und Heizungsunterstuetzung

Im Mehrfamilienhaus ist die solare Trinkwassererwaermung der Klassiker: Der Warmwasserbedarf ist ganzjaehrig hoch und gut planbar, sodass die Anlage konstant ausgelastet ist. Richtig dimensioniert deckt sie 50 bis 60 Prozent des jaehrlichen Warmwasserbedarfs - im Sommer oft sogar 100 Prozent, sodass der Heizkessel monatelang ausgeschaltet bleiben kann.

Die zweite Variante ist die Heizungsunterstuetzung ueber einen Kombispeicher. Sie erfordert mehr Kollektorflaeche und einen groesseren Speicher, kann aber 20 bis 30 Prozent des gesamten Waermebedarfs abdecken. Besonders attraktiv ist Solarthermie als Ergaenzung zu Brennwertkesseln oder Waermepumpen im Rahmen von Hybridloesungen, die das GEG als Baustein zur Erfuellung der 65-Prozent-Vorgabe fuer erneuerbare Energien anerkennt.

Kosten und Wirtschaftlichkeit 2026

Fuer ein typisches Mehrfamilienhaus mit 6 bis 12 Wohneinheiten liegen die Investitionskosten einer solarthermischen Trinkwasseranlage je nach Groesse und Kollektortyp meist zwischen 15.000 und 40.000 Euro inklusive Speicher, Montage und Einbindung in die Heizzentrale. Anlagen mit Heizungsunterstuetzung kosten entsprechend mehr. Pro Quadratmeter Kollektorflaeche sollten Eigentuemer mit 700 bis 1.200 Euro Gesamtkosten kalkulieren.

Die Betriebskosten sind gering: Strom fuer die Solarpumpe, der gelegentliche Austausch der Solarfluessigkeit und die regelmaessige Wartung schlagen mit wenigen hundert Euro pro Jahr zu Buche. Bei steigenden Gas- und CO2-Preisen amortisieren sich Anlagen im Mehrfamilienhaus haeufig innerhalb von 10 bis 15 Jahren - bei einer Lebensdauer von 20 bis 25 Jahren.

Foerderung 2026: Diese Zuschuesse gibt es

Solarthermieanlagen werden ueber die Bundesfoerderung fuer effiziente Gebaeude (BEG) bezuschusst. Als Teil einer Heizungsmodernisierung sind ueber die KfW-Heizungsfoerderung 30 Prozent Grundfoerderung moeglich; mit Boni - etwa dem Klimageschwindigkeitsbonus beim Austausch alter Oel- oder Gasheizungen - koennen selbstnutzende Eigentuemer bis zu 70 Prozent Zuschuss erreichen. Auch Fachplanung und Baubegleitung sind foerderfaehig. Wichtig: Der Foerderantrag muss vor Beauftragung der Massnahme gestellt werden. Alternativ kommt fuer Selbstnutzer der Steuerbonus nach Paragraph 35c EStG in Betracht.

Luftaufnahme eines Mehrfamilienhauses mit Solaranlage auf dem Dach

Solarthermie in der WEG: So gelingt der Beschluss

Die Installation einer Solarthermieanlage auf dem gemeinschaftlichen Dach ist eine bauliche Veraenderung nach Paragraph 20 WEG. Seit der WEG-Reform genuegt dafuer die einfache Mehrheit in der Eigentuemerversammlung. Entscheidend ist die Kostenverteilung nach Paragraph 21 WEG: Stimmen mehr als zwei Drittel der abgegebenen Stimmen und die Haelfte der Miteigentumsanteile zu oder amortisiert sich die Massnahme in angemessener Zeit, tragen alle Eigentuemer die Kosten nach Miteigentumsanteilen.

Vor der Beschlussfassung sollte die Verwaltung eine fachliche Machbarkeitspruefung einholen: Dachstatik, Ausrichtung, Verschattung, Speichervolumen und die Einbindung in die bestehende Heizungsanlage muessen geklaert sein. Angebote mehrerer Fachbetriebe und eine transparente Wirtschaftlichkeitsberechnung erhoehen die Akzeptanz in der Versammlung deutlich.

Wartung und Betrieb: Darauf kommt es an

Solarthermieanlagen gelten als wartungsarm, aber nicht als wartungsfrei. Fachbetriebe empfehlen eine Inspektion im Turnus von ein bis zwei Jahren: Dabei werden Solarfluessigkeit, Anlagendruck, Pumpen, Ventile und die Regelung geprueft. Ein Monitoring der Ertraege deckt Stoerungen fruehzeitig auf - denn eine stillstehende Anlage verursacht keine auffaelligen Symptome, sondern nur stillschweigend hoehere Brennstoffkosten.

Fazit: Solarthermie ist eine ausgereifte, foerderfaehige Technologie, die im Mehrfamilienhaus zuverlaessig Energiekosten senkt und den Anforderungen des GEG entgegenkommt. Eine professionelle Hausverwaltung begleitet Eigentuemergemeinschaften von der Machbarkeitspruefung ueber die Foerdermittelbeantragung bis zur rechtssicheren Beschlussfassung und dem laufenden Betrieb - damit die Sonne vom Dach direkt in die Betriebskostenabrechnung scheint.

Bildquellen: Titelbild (c) Towfiqu Barbhuiya / Pexels - Bild 1 (c) Kelly / Pexels - Bild 2 (c) Solarimo / Pexels

 
 
 

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