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Blockheizkraftwerk (BHKW) im Mehrfamilienhaus 2026: Funktion, Kosten, Foerderung und WEG-Beschluss

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  • vor 17 Stunden
  • 3 Min. Lesezeit

Blockheizkraftwerk 2026: Waerme und Strom aus einer Anlage

Steigende Energiepreise und strengere Klimavorgaben ruecken die effiziente Waermeversorgung von Mehrfamilienhaeusern in den Fokus. Ein Blockheizkraftwerk (BHKW) verspricht hier einen doppelten Vorteil: Es erzeugt gleichzeitig Waerme und Strom und nutzt den eingesetzten Brennstoff dadurch besonders effizient. Fuer Wohnungseigentuemergemeinschaften und Vermieter kann sich die Investition rechnen, doch sie will gut geplant und rechtssicher beschlossen sein. Dieser Beitrag erklaert Funktion, Kosten, Foerderung und die wichtigsten Schritte fuer 2026.

Wie funktioniert ein Blockheizkraftwerk?

Ein BHKW arbeitet nach dem Prinzip der Kraft-Waerme-Kopplung (KWK). Ein Motor, meist mit Erdgas betrieben, treibt einen Generator an, der Strom erzeugt. Die dabei entstehende Abwaerme wird nicht ungenutzt abgegeben, sondern zum Heizen und fuer die Warmwasserbereitung verwendet. Waehrend ein herkoemmliches Grosskraftwerk einen Grossteil der Waerme verliert, nutzt ein BHKW bis zu 90 Prozent der eingesetzten Energie. Dieser hohe Gesamtwirkungsgrad ist der zentrale wirtschaftliche und oekologische Vorteil der Technologie.

Damit ein BHKW wirtschaftlich laeuft, sollte es moeglichst viele Betriebsstunden erreichen. Ausgelegt wird es daher meist auf die Grundlast der Waermeversorgung, waehrend ein zusaetzlicher Spitzenlastkessel besonders kalte Wintertage abdeckt. Als Faustregel gilt: Ab einem Jahres-Waermebedarf von rund 35.000 Kilowattstunden lohnt sich die Pruefung eines BHKW, in gut ausgelasteten Mehrfamilienhaeusern kann es bereits ab wenigen Wohneinheiten sinnvoll sein.

Heizungsrohre mit Manometer im Technikraum eines Mehrfamilienhauses

Kosten: Was ein BHKW 2026 kostet

Die Anschaffungskosten haengen stark von der Leistungsklasse ab. Ein Nano-BHKW mit bis zu 2,5 Kilowatt elektrischer Leistung liegt inklusive Installation bei etwa 20.000 bis 30.000 Euro, ein Mikro-BHKW bei rund 25.000 bis 40.000 Euro. Groessere Mini-BHKW fuer Mehrfamilienhaeuser koennen 100.000 Euro und mehr kosten. Hinzu kommen laufende Betriebskosten fuer Brennstoff und Wartung. Die Amortisationszeit liegt je nach Auslastung und Strompreis typischerweise bei acht bis zwoelf Jahren.

Foerderung 2026: Der KWK-Zuschlag

Anders als Waermepumpen erhalten klassische, mit Erdgas betriebene BHKW 2026 keine Zuschuesse aus der Bundesfoerderung fuer effiziente Gebaeude (BEG). Die zentrale Foerderung laeuft stattdessen ueber das Kraft-Waerme-Kopplungsgesetz (KWKG). Fuer Anlagen bis 50 Kilowatt elektrischer Leistung gibt es 2026 einen Zuschlag von 16 Cent je Kilowattstunde fuer eingespeisten und 8 Cent je Kilowattstunde fuer selbst verbrauchten Strom.

Zu beachten ist, dass die Zahl der gefoerderten Vollbenutzungsstunden schrittweise sinkt: 2026 werden 3.300 Stunden pro Jahr bezuschusst, danach jaehrlich weniger, bis 2030 nur noch 2.500 Stunden. Eine Ausnahme bilden Brennstoffzellen-BHKW: Sie sind ueber das KfW-Programm 458 mit bis zu 70 Prozent foerderfaehig und damit auch fuer klimabewusste Eigentuemergemeinschaften interessant.

Rohrleitungen mit farbigen Ventilen der Haustechnik im Heizungskeller eines Mehrfamilienhauses

Wann sich ein BHKW im Mehrfamilienhaus lohnt

Ein BHKW spielt seine Staerken vor allem dort aus, wo ueber das ganze Jahr ein gleichmaessig hoher Waerme- und Warmwasserbedarf besteht, etwa in gut belegten Mehrfamilienhaeusern. Je hoeher der Anteil des selbst verbrauchten Stroms, desto wirtschaftlicher ist die Anlage. Wird der erzeugte Strom ueber ein Mieterstrom-Modell direkt an die Bewohner geliefert, lassen sich die Ertraege zusaetzlich steigern. Wichtig ist eine ehrliche Wirtschaftlichkeitsberechnung, die Brennstoffkosten, Wartung und Foerderung ueber die gesamte Laufzeit beruecksichtigt.

BHKW in der WEG: Der richtige Beschluss

Der Einbau eines BHKW ist in einer Wohnungseigentuemergemeinschaft eine bauliche Massnahme, ueber die die Eigentuemerversammlung mit Mehrheit beschliesst. Seit der WEG-Reform 2020 genuegt fuer solche Modernisierungsmassnahmen grundsaetzlich die einfache Mehrheit; die Kostenverteilung richtet sich nach den Vorgaben des Paragraph 21 WEG. Damit der Beschluss rechtssicher ist, sollten vorab mehrere Angebote, eine Wirtschaftlichkeitsberechnung und ein Finanzierungskonzept vorliegen. Auch die Frage, ob die Anlage gekauft, geleast oder ueber einen Contractor betrieben wird, gehoert auf die Tagesordnung.

Wird das BHKW ueber Waermecontracting betrieben, uebernimmt ein Dienstleister Investition, Betrieb und Wartung und liefert Waerme zu einem vereinbarten Preis. Das schont die Ruecklagen der Gemeinschaft, sollte aber sorgfaeltig kalkuliert werden, damit die laufenden Kosten fuer die Bewohner nicht ueber denen einer Eigenloesung liegen.

Fazit: Effiziente Technik mit Planungsbedarf

Ein Blockheizkraftwerk kann die Energiekosten eines Mehrfamilienhauses spuerbar senken und gleichzeitig CO2 einsparen, wenn Auslegung, Auslastung und Foerderung zusammenpassen. Weil Technik, Wirtschaftlichkeit und rechtssichere Beschlussfassung eng ineinandergreifen, ist die Begleitung durch Fachleute entscheidend. Eine professionelle Hausverwaltung koordiniert Angebote, bereitet die Eigentuemerversammlung vor, behaelt Foerderfristen im Blick und sorgt fuer einen reibungslosen Betrieb, damit aus der Investition ein langfristiger Gewinn fuer die Gemeinschaft wird.

Bildquellen: Titelbild © Phaeng Yo / Pexels · Bild 1 © Pavel Danilyuk / Pexels · Bild 2 © Sonny Sixteen / Pexels

 
 
 
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